CinemAmbulante – 2016 edition

„Cinemambulante: eine Integrationsgeschichte“ ist ein Projekt, das sich auf die Kultur als Mittel der Integration stützt und vom 23. bis 29. Mai 2016 in Amantea (CS) stattgefunden hat. Es wurde von der Kulturvereinigung La Guarimba organisiert, die auf Initiative des Ministeriums für Kulturgüter und -aktivitäten sowie Tourismus den Preis „MigrArti – Kino“ erhielt.

Nach all den Erfahrungen, Emotionen und der Energie, fällt es uns schwer einen Bericht zu verfassen, der das Erlebte wiedergibt. Dennoch möchten wir versuchen, das Abenteuer „Cinemambulante“ näher zu bringen, indem wir die Geschichten von Anfang an erzählen. 

Anfangs waren wir uns sicher, dass wir den MiBACT-Preis nicht gewinnen werden. Unsere Annahme basierte darauf, das in Italien oft gemunkelt wird, dass viele der Institutionen korrupt sind und das man Sie empfehlen muss, vor allem, wenn Sie mit der Öffentlichkeit konfrontiert werden.

Dennoch sollten wir eines besseren belehrt werden: Das Ministerium bestätigte den Inhalt unseres Vorschlags und die Präsentation der Vereinigung. Wir machten uns sofort an die Arbeit, um etwas noch Größeres aufzubauen, als man von uns erwartete.

Mit den zur Verfügung gestellten Mitteln organisierten wir eine neue #ScuolaGuarimba (Guarimba-Schule), die auf Integration und partizipatorischer Demokratie basiert. Wir gaben 19 jungen Menschen aus 10 verschiedenen Ländern die Möglichkeit zu erlernen, wie man einen Dokumentarfilm erstellt. Währenddessen organisierten wir ein Aufeinandertreffen zwischen Italienern, Ausländern sowie politischen Flüchtlingen und erzeugten hierbei das Gefühl der Gleichgesinntheit.

Zusätzlich organisierten wir einen Zeichenkurs im Empfangszentrum von Amantea. 

Die teilnehmenden Jugendlichen, Jungen und Mädchen, konnten ihrer Phantasie freien Lauf lassen. Hierbei fertigten sie Stempel, Masken und Zeichnungen an, die sie im Anschluss an den Wänden befestigten um so den Ort, an dem sie lebten, kreativer zu gestalten.

Das Projekt fand unter Aufsicht der Künstlerin Sara Fratini statt. Während des Projektes entwarf sie mit Hilfe der aus dem Zentrum stammenden Jugendlichen, ein gigantisches Fresko mit mehr als 150 Gesichtern, die verschiedene Kulturen, ethnische Merkmale und Religionen repräsentieren. Dieses Fresko ziert seit Cinemambulante 2016 nun eine der Wände des Zentrums.

Außerdem organisierten wir eine Filmretrospektive mit Kurz- und Spielfilmen zum Thema Integration. Ziel der Vorführung war es, die Öffentlichkeit mit einzubeziehen und Wissen über das Thema Einwanderung zu verbreiten. Ein für uns sehr wichtiges Thema, welches leider oft durch die Medien verschleiert wird und mit zahlreichen Vorurteilen belastet ist.

Zum ersten Mal in der Geschichte unserer Stadt betraten die jungen Flüchtlinge das Gemeinschaftstheater. Für viele von ihnen war es der erste Theater- oder Kinobesuch ihres Lebens. Diese Erfahrung war definitiv beeindruckend, für sie sowie auch für uns. Zusätzlich veranstalteten wir Screenings für die Mittelschulen von Amantea und Campora San Giovanni, die von der Kulturvermittlerin Carmen Iallorenzi begleitet wurden. Passend zum Thema folgte eine Erklärung darüber, was Einwanderung heute bedeutet und wie der italienische Einwanderungsprozess nach dem Krieg ablief.

Über die Vorführungen und Debatten hinaus wurden Treffen mit einigen anderen Verbänden organisiert. Das Ziel hierbei war es, sich über erfolgreiche Praktiken auszutauschen, die der Ausdehnung unseres Projektes in Kalabrien beitragen sollten.

Wir trafen uns mit Emergency Italia, vertreten durch Pietro Protasi und Roberto Aloe von AUSER Amantea. Auch Giovanni Manoccio, ehemaliger Bürgermeister von Acquaformosa sowie Enza Bruno Bossio (Abgeordnetenkammer) und Monica Sabatino (Bürgermeisterin von Amantea) waren anwesend. Ihre Anwesenheit ermöglichte es uns, direkte Anfragen von Asylsuchenden und Flüchtlingen an Vertreter von Institutionen auf lokaler und nationaler Ebene zu stellen.

Die Debatte wurde von der Journalistin Floriana Bulfon von L’Espresso moderiert.

Bei einem weiteren Treffen mit Don Giacomo Panizza von Comunità Progetto Sud, brachte er uns mit seinen Geschichten über das Leben, die Rebellion und den Erfolg zum staunen. Er setzt sich für Benachteiligte ein und kämpft so gegen Ungerechtigkeit und für die Solidarität. 

Während des Projektes entstanden 7 fabelhafte Dokumentationen, die das Thema Integration aus der Sicht der Teilnehmer darstellen.

Aufgrund des enormen Engagement der Teilnehmer, haben wir uns dazu entschlossen, sie in unser Filmfestival La Guarimba 2016 zu involvieren, welches nach Cinemambulante im Sommer stattfindet.

Obwohl diese jungen Leute nur eine begrenzte Zeit hatten, um sich kennenzulernen, Ideen auszutauschen und einen Film zu erstellen, waren wir von deren Leistung so beeindruckt, dass wir sie in das Programm des Filmfestivals La Guarimba 2016 aufnahmen, welches im Sommer stattfinden sollte.

Die erste Ausgabe von Cinemambulante wurde durch so viele Emotionen und Eindrücke geprägt, dass wir dieses Erlebnis wohl nie vergessen werden. Wir sind dankbar für ein starkes Team aus Journalisten, unterstützenden Institutionen, privaten Sponsoren, Zuschauern und allen Mitarbeitern, die dies ermöglicht haben. Die gesammelten Erfahrungen motiviert uns dazu, auch in den kommenden Jahren weiter zu machen.

Danke an euch alle! Grazie, guarimberos!

AUSGEWÄHLTE FILME :

Il Sangue Verde von Andrea Segre

Una Scuola Italiana von Angelo Loy et Giulio Cederna

Là-bas – Educazione criminale von Guido Lombardi

Terraferma von Emanuele Crialese

Articolo 32 von Antonio di Peppo

Mediterranea von Jonas Carpignano

MAKING OF